Wiedereinstieg mit Hindernissen

Schleiz 2009 oder ein Wiedereinstieg mit Hindernissen

Jetzt war es über ein Jahr her das ich mit der Duke das letzte mal auf der Rundstrecke war.
Juni 2008 war der Nürburgring nicht unbedingt das gute Revier für mich, da ich mit einem beschädigten Duke wieder nach Hause gekommen bin und somit bleib dann von der Zeit dann nur noch die Kartbahn
Aber es kribbelte wieder!
Die Kartbahn macht zwar Spass, aber Rundstrecke ist doch was ganz anderes
Also der Duke den grossen Motor wieder einverpflanzt, den Mikuni TM40 gegen einen Keihin FCR41 Vergaser getauscht und das ganze bei Team West einstellen lassen.
Dazu noch die Zündspule aus der 660er Factory und der Prüfstand spukte 68PS am Motor aus
Damit sollte man doch was anfangen können!
Frisches Oel hat sie natürlich auch noch bekommen und das man sich nicht an was altem runterreissen lässt, habe ich ihr auch noch einen Satz neue RaceAttack in Medium spendiert
So gerüstet sollte einen erfolgreichen Einsatz nichts im Wege stehen
Bei Bike Promotion war die langsame Gruppe leider schon voll, so das ich mit bei den mittleren einschrieb, was eigentlich auch schon klappen sollte.
Doch dann kam alles etwas anders

Freitag angereist, den Wagen entladen und es sich häuslich eingerichtet, kam auch schon der rasende Lehrer aus der SuperdukeBattle mit seiner Wohndose an und machte es sich bequem neben uns.
Somit hatten wir auch schon ein Vorzelt

Mit lustigen gesprochen und gegrillten liessen wir den Abend ausklingen.

Samstag Morgen
Die Nervosität wächst, wie wird es funktionieren ?
Werde ich mich in der Gruppe behaupten können ?
Wie schnell sind die anderen ?

Vor 2 jahren war ich das letzte mal in Schleiz, da aber noch mit dem Gespann und mit der Duke um den Kurs zu fahren stand immer noch ganz oben auf der List.
Jetzt sollte es wahr werden!

Also die Reifenwärmer aufgezogen, zur Fahrerbesprechung, dann in den Kombi und dann dauerte es nicht mehr lange und ich konnte los
Runter zur Streckeneinfahrt und die Nervosität ist im Fahrerlager geblieben.
Die Duke zerrte an der Kette und man merkte das sie will, das der Vergaserwechsel ihr gut getan hat, die Frage blieb, wie wird sie laufen wenn man sie fordert ?
Raus auf die Strecke, zweiten Gang eingelegt, Gas weiter aufgezogen und Standesgemäss hob sie das Vorderrad um die Strecke zu begrüssen
Das war zwar nicht gewollt, aber machte Spass 🙂
Schön ruhig, aber schon am Kabel ziehend ging es in die ersten Runden, durch die erste Links, zum Buchhübel hoch, die links rechts Kombination genommen, der Hahn weiter gespannt durch die Links wo es runter geht ins Dorf, den Bremspunkt viel zu früh gesetzt, in die links zur neugemachten Schikane ging es dann die Seng runter, so langsam das ich in der folgenden rechts kaum Gas weg nehmen musste.
Zwei Gänge runter und schwupps war man durch die Links auf das kurze Stück gerade zur Schikane vor Start/Ziel
Doch was ist das ?
Beim queren der Fahrbahn schlägt sie wie wild mit dem Lenker
Also ein Auge darauf haben und in den nächsten Runden mal andere Linien versuchen
Leider blieben nur zwei schneller werdende Runden übrig, dann kam rot
Auf dem Buchhübel lag einer im Kies
Also raus zur Boxeneinfahrt und warten.
Dabei mal ein Blick über den Motor geworfen ob alles passt und was müssen meine Augen sehen ?
Sie blutet! Ganz leicht, aber das kann doch nicht sein, frisches Oel spuckt sie aus. Ganz wenig aber doch zuviel zum weiter fahren
Also den Turn beenden und abhilfe schaffen
Im Fahrerlager angekommen, den Übeltäter schnell entdeckt, nur drei Kupferringe auf der Doppelhohlschraube erneuern und dann kann es wieder raus gehen.
Die Ratsche bestückt und beim lösen der Schraube “knack” das wars,…. die Doppelhohlschraube ist gebrochen
Zum Glück habe ich das Gewindestück raus bekommen, aber woher eine neue Schraube bekommen ?
Eine Odyssee durchs Fahrerlager beginnt, doch keiner hat mehr Teile für die alte LC4 dabei, die KTM Fahrer sind alle mit den SuperDukes da, alle gefragten schüttelten nur mit dem Kopf
Doch da blieb noch die Hilfe aus Leipzig, ein guter Freund wollte ja sowieso vorbei kommen, also flugs telefoniert und er könnte ja vom örtlichen KTM Händler die Schraube mit bringen.
Leider war der Händler selber bei der SuperDukeBattle unterwegs und hatte seinen Laden geschlossen.
Somit wurde alle KTM Händler im Umkreis abtelefoniert, doch nur einer ging ans Telefon
Motorrad feist aus Rochlitz hiess der Retter in der Not
Nach ein paar Telefonaten mit ihm wussten wir er hat das benötigte 5€ Teil
Also von Leipzig ging es über Rochlitz nach Schleiz, eine Strecke von ca 300KM aber die Schraube kam an.
Währen der eine durch die Lande fährt, brät der andere in der Sonne von Schleiz und hört immer wieder die Aufrufe für die Gruppe. Ein blödes Gefühl. Da steht die Duke vor einem und wegen so einem Teil kann man nicht fahren

In der Mittagspause wurde ich dann aufgrund meiner 3 gezeiteten Runden in die langsame Gruppe versetzt, was bei einer 2:06 auch nicht verwunderlich ist.
Aber diese Zeit durfte nicht stehen bleiben, denn sie spiegelte nicht ansatzweise das wieder was geht!

Pünktlich vor dem letzten Turn des Tages kam die Schraube
Ich grinste über alle 4 Backen und schnell wurde sie eingebaut und der letzte Turn in Angriff genommen
Die langsame Gruppe war wirklich langsam! Das war mein Eindruck nach den ersten zwei runden, so pflügte ich als um den Kurs und zwischen denn ganzen Mehrzylindern hindurch bis die Flagge zum abwinken kam
Eine 1:56 stand jetzt auf dem Laptimer
Das hört sich doch schon besser an

Doch der Sonntag folgt

Sonntag morgen, der Morgen zeigt sich von seiner schönsten Seite
Langsam aufstehen, wach werden, die 2-Takter ertragen und gem¸tlich Frühstücken
Die Reifenwärmer aufziehen und so langsam fertig machen für den erste Einsatz

Der 1. Aufruf kommt, man ignoriert ihn, der zweite kommt und man zieht den Kombi zu, macht die Duke an und nimmt die Reifenwärmer runter.
Helm aufgesetzt und langsam richtig Vorstart
Jetzt kann ich das erste mal auf die Motorräder schauen, die da so mit in meiner Gruppe sind
Alle viel mehr Hubraum als meine Duke
Alle mehr Leistung als ich
2 Kennzeichenträger und einige richtig schnell aussehende dabei
Ich mache mit Gedanken, aber nur kurz, dann geht es schon runter zu Boxeneinfahrt
Die Ampel zeigt Grün und wir können gleich durch auf die Strecke, kaum aus der Einfahrt raus, hebt die Duke kurz das Vorderrad und aufrecht sitzend geht es schon in die erste Links, der Laptimer wurde eingeschaltet,die ersten Mitstreiten blieben schon hinter mir.
Die Attacken fühlen sich gut an, fast wie auf einer Spazierfahrt sitzend geht es zum Buchhübel rauf, locker durch die links rechts geschwungen, “wieso turnen die vor mir so?” frage ich mich noch, da werde die nächsten schon auf der Abfahrt ins Dorf rechts und links überholt, früh gebremst in die Links und durch die Schikane kurz über die Kuppe geht es noch aufrecht sitzend die Seng runter, in die folgende rechts geschwungen, durch die Links auf das kurze Stück gerade zur Schikane vor Start/Ziel und dann gilt es, durch die letzte links auf die Start/Ziel-Gerade und der Hahn wurde gespannt, als wenn ich die Drosselklappen raus reissen will, einige Mehrzylinder zeigen mir noch wie schnell sie auf der Geraden beschleunigen können, doch die letzten die mich überholt haben, habe ich schon am Bremspunkt der links wieder eingesammelt und aufgeschnupf und das wo ich doch so eine lusche auf der Bremse bin, weiter zum Buchhübel nähere ich mich den nächsten “schnellfahrern”, durch die links rechts Kombination durch wird der Abstand schon verkürzt und noch vor der links ins “Dorf runter” ist die Drosselklappe voll geöffnet, durch die Links durch, jetzt wird die letzte Fahrstufe eingelegt und im 5. Gang geht es die Strecke runter.
Einige lassen sich einfach überholen, bei anderen muss ich Vorsicht walten lassen, auf der Bremse noch den einen und anderen eingesammelt geht es in die Links zur neugemachten Schikane, ein kurzer Gasstoss und schon ist die rechst/links Kombination da, einlenke, kurz Gas, umlegen und schon wieder die Drosselklappe geöffnet, kurz das kleine Stück Bergauf bis es runter geht in die Seng, noch zucke ich bei der leichten rechts, dann geht es aber mit Vollgas in die Links wo man so wunderschön aussen an den “grossen” vorbei ziehen kann
Gas zurück, einen Gang runter, durch die rechts, kurz Gas geben, Bremsen, zwei Gänge runter in die enge Links und Vollgas
Die Duke hebt das vordere Pfötchen und so kommt man ohne Lenkerschlagen über die Querstrasse.
Den nächsten Gang teilweise schon eingelegt während das Vorderrad noch oben ist geht es auf die Schikane vor Start und Ziel, der ein oder andere Mehrzylinder will mir noch zeigen das er mehr Power hat, aber meistens klappt es auf der Bremse das ich als erster in die rechts einbiegen, die anderen machen mir leider die Kurve zu 🙁 Aber auch das gehört dazu.
So ging es Runde um Runde, egal ob innen oder aussen, es machte einen heiden Spass die Mehrzylinder mit meine Einzylinder zu richten und dabei meisten Aufrecht zu sitzen 🙂

Die Zeiten vielen dann auch und die schnellste Runde war dann eine 1:51

Dafür das ich die Strecke nur mit 4 Turns befahren habe und mir der Samstag fast komplett fehlte, bin ich zufrieden. Eine 1:50 war angestrebt, aber ich werde wieder kommen und dann die 1:50 knacken! Man muss ja Ziele haben 🙂