Schleiz zum 2. mal

sind die 2 Wochen so schnell um ?
Ich will nicht! Nein nicht schon wieder dort hin!
Dahin wo ich mich direkt verleibt habe, wo ich der Schönheit erlegen bin, dahin wo mir sämtliche Fehler die ich machte so gnadenlos aufgezeigt wurden.
Doch ! Ich musste dort hin, ich musste wieder raus aus der Welt und rein in das Leben, das tun was so unendlich viel freude bringt……. fahren in Schleiz!

Auf der Fahrt nach Schleiz ging es mir noch durch den Kopf, das ich schon recht froh bin, vor zwei Wochen schon einmal dort gewesen zu sein um die Strecke kennen zulernen, aber jetzt ? Kein Training, keine leeren Ränge, nein jetzt war es soweit!
Das erste Rennen mit dem Gespann sollte anstehen……. nervös ? Ich ? Niemals……

Lange ist es her, das ich in einer Startaufstellung auf der Strecke stand.
Die Angst vor dem ungewissen dem fast vergessenen machte sich hin und wieder breit.
Aber für Ablenkung sollte gesorgt sein!

Donnerstag Abend angekommen, den Anhänger ausgeladen, das Zelt aufgebaut, das Gespann ins Zelt gestellt ging es gegen 0 Uhr in den T4 zum schlafen.

Freitag morgen begann dann schneller als gedacht!
Der Wind kam auf und noch bevor wir aus dem Bett springen konnten, wurde unser schönes Zelt schon von einer Boe erfasst und auf den Kopf gedreht
Leider ging das an dem Gestell nicht ohne spuren vorbei und somit standen wir ohne Zelt da.
Egal ! Naja besser fast egal.

Der nächste Klopfer kam das Sandra mit ihrem Helm nicht fahren durfte, hätte mich vielleicht doch genauer mit den Regeln auseinander setzen sollen, hab es ja schon geahnt.
Also ab um zwei Ecken zum örtlichen Suzuki Händler und eine neuen Helm gekauft.
Puuuuuh, geschafft! Technische Abhnahme hinter uns und somit konnten wir endlich frühstücken.

Dann das erste freie Training, alles noch so wie es vor zwei Wochen war!
Alles ? nein nicht alles, ich hatte die Vorpsannung hinten verringert und das wirkte sich gar nicht positive aus, aber ansonsten warem die Kurven an der gleichen Stelle mit dem gleichen Radius und die Geraden sind auch nicht kürzer geworden.

Dann folgte das erste und am nächsten Tag das zweite Zeittraining und man konnte sehen das die Runden schneller wurden, aber die 2 Minuten waren noch nicht geknackt.

Dann kam der Aufruf zum 1. Rennen

Sandra und ich machten uns von der Tribüne auf dem Weg zum Auto und fingen an uns umzuziehen.
Wie lange sind 15 Minuten bis zum zweiten Aufruf? Eine halbe Ewigkeit!
Wie lange ist es vom zweiten Aufruf bis das der 1. los fährt ? Eine Ewigkeit!
Wie gross kann die Nervosität werden, wenn man darauf wartet auf die Strecke fahren zu dürfen ? Grenzenlos

Wie hässlich kann der Bundy sein, den man auf dem Weg zur Streckenzufahrt noch einmal sieht ?

Das 1. Rennen

Dann war es soweit! Die Strecke wurde geöffnet und wir fuhren rauf. Einmal um den Kurs, noch ist Zeit den Zuschauern ein wenig zu winken, nochmal den Geist zu befreien und dann kommen die letzten Meter aus der Schikane auf die Start-/Ziel-Gerade und es sind endlose Meter und Minuten bis man seinen Startplatz eingenommen hat.
Aber warum stehe ich ganz hinten links? Sollte ich nicht eigentlich rechts und etwas weiter vorne stehen ?
Keine Zeit drüber nachzudenken, denn eigentlich gefällt es mir recht gut, so kann ich ganz in “Ruhe” den Start üben und das Feld vor mir herjagen.
Der Flaggenpauli beginnt durch die Reihen von vorne nach hinten zulaufen und wie ein sterbender Schwan mit seinen beiden roten Flaggen auf und nieder zu schlagen. Langsam nehmen alle die Fahrt auf…. langsam? Neeeee, auch wenn es eine Einführungsrunde ist, langsam war das bestimmt nicht. Der Weg ist lang, 3.8KM um genau zu sein und etwas über 2 Minuten können einem vorkommen wie zwei Stunden. Bis es wieder auf die Start-/Ziel-Gerade geht und wir unsere Position wieder einnehmen. Ich sage Sandra noch das sie sich bitte hinter mich legen soll, damit wir mehr Druck auf dem Hinterrad haben, aber sie schließt ihren Helm und sitzt ganz links im Beiwagen.
Ich hoffe noch das es reicht wo sie sitzt denn es ihr noch zu erklären, dafür reicht die Zeit nicht.

Noch eine Minute wird angezeigt.

Wann erhöhe ich die Drehzahl ?
Wann geht die Ampel an? Wann geht sie wieder aus ?
Wie komme ich weg ?
Was machen die anderen ?
Zuspät, keine Zeit mehr an irgendwas zu denken, die Ampel zeigt rot und …..aus
Die Drehzahl war etwas zu hoch, das Hinterrad bringt nicht genug Haftung auf die ganze Leistung auf die Strasse zubringen, egal, 2. gang, 3. Gang, 4. Gang ich weiss nicht mehr welchen Gang ich drin hatte, als ich Lisa neben mir sah und wir auf die erste links zukamen.
Nein nicht nachlassen, sei ein Mann,halte das Gas und bremse spät!
Geh in die erste Kurve vor Lisa, unser Schwester Gespann haben wir leider nicht einholen können, aber das war nun vor und und noch waren wir eine Gruppe und schossen durch die links auf den Buchhübel zu um gleich wieder in der nächsten Links einzutauchen.
Dann die rechts und schon geht es Bergab in Richtung Kohlbachschikane.
Spät aber immer noch recht früh bremste ich das Gespann ab und bog in die Links zur Kohlbach ein, da durch und dann ging es schon wieder Bergab mit vollgespannten Hahn.
Unser Schwetser Gespann mit Franz und Toni habe ich noch vor mir als wir nach der Schikane wieder auf die Startzielgerade einbiegen.
Dank des Leistungsüberschusses des R1 Motors kann ich ihn kassieren und fahre danach ein einsames Rennen bis ich kurz vor der Schikane vor Start und Ziel auf die Gärner Brüder auflaufe, die auf einmal ganz langsam waren. Meine Chance noch einmal die Position zubessern, aber so ganz wollten sie sich es nicht bieten lassen und hielten dagegen, wo ich nur durch die Leistung auf der Geraden sie in Schacht halten konnte.
Es dauert nicht lange, dann waren sie aber wieder voll bei der Musik und schossen auf dem Buchhübel an mir vorbei. Sie sind gut! Das muss ich sagen.
Was war ich froh als die Flagge geschwenkt wurde und es alles ein Ende hatte!
Die linke Hand schmerzte, so das ich kaum noch die Kupplung ziehen konnte und noch nicht einmal meinen rechten Handschuh runter ziehen konnte.
Aber das Grinsen in meinem Gesicht und von Sandra zeigte es allen! Wir waren zufrieden und Glücklich unser 1. Rennen geschafft zu haben.

Platz 17 von 19 die in der Wertung waren und 3 ausgefallenen ist doch in Ordnung

Am Abend wurden dann vorne noch die Bremsbeläge erneuert, was dringend notwendig war und sass noch gemütlich zusammen, lies das Rennen noch einmal Revue passieren und ging dann ins Bett.