Emotionen ?!

Früher wurde das Motorrad als das Fahrzeug des kleinen Mannes bezeichnet.
Wer kein Geld für ein Auto hatte, der kaufte sich ein Motorrad. So musste man nicht das Fahrrad nehmen oder den Bus, falls es sowas gab, sondern war auch mobil, wenn auch nicht so komfortabel wie mit einem Auto.
Wenn man überhaupt im Vergleich der Autos heute zu den Autos damals von Komfort sprechen kann.
Aber das Auto setzte sich immer mehr durch und wurde durch steigende Löhne auch für fast jeden erschwinglich und das Motorrad tart dabei immer weiter in den Hintergrund.
Das Motorrad wurde im laufe der Jahre von reinen Gebrauchsgegenstand zu einer Weltanschauung, man fuhr Motorrad um sich zu entspannen und Freude am Fahren zu haben ob die Umwelt ganz anders wahrzunehmen als im Auto.
Doch die Motorradfahrer begannen sich zu spalten, es gab die, die das Motorradfahrern als Weltanschauung sahen und die Biker, die auf den neusten Motorrädern und neusten Klamotten der Meinung waren sie sind die Outlaws, die versuchen aus dem Altag auszubrechen aber doch ihren Besitzstand zu wahren.
Harley hat das recht schnell erkannt und daraus ein großes Geschäft mit ihrer OwnerGroup gemacht.
Die Entwicklung der Motorräder ging immer weiter, was auch gut ist!
Es sind Standfeste Bremsen gekommen, Rahmen die auch die Leistung der Motoren sicher verarbeiten können, tolle Fahrwerke die mannigfach einstellbar sind, wo aber noch nie einer dran rum geschraubt hat. Aber haben ist besser als brauchen.
Mittlerweile muss auch jeder dieser Biker auf die Rennstrecke, während wir in den Anfangszeiten der Renntrainings alte Motorräder nahmen die wir bezahlen konnten und nach Rundenzeiten gierten, kommen heute die Biker mit ihren Reisedampfern und fühlen sich wie Rossie, wenn sie das Motorrad fehlerfrei um den Kurs bekommen haben.
Ihre Zeiten die sie fahren können von einem Racer fast mit einem Fahrrad erreicht werden, aber sie sind cool… sie sind anders und in ihrem spiessigen Freundeskreis sind sie die Outlaws denn sie trauen sich auf der Rennstrecke zu fahren.
Aber genau die Menschen sind es die von der Industrie angesprochen werden sollen, weswegen die Emotionen des Motorradfahrens immer mehr auf der Strecke bleiben.
Entwicklungen wie die Einspritzanlage im Motorrad oder auch ABS haben wirklich einen Sinnvollen nutzen!
Egal für wen, denn durch die Einspritzanlagen tun wir auch der Umwelt etwas gutes und kein Motorradfahrer kann sich davon freisprechen bei einer Schreckbremsung wirklich das Vorderrad zu überbremsen und nicht auf der Nase zu liegen.
Auch das Kurven ABS hat seine Vorteile ob ich es haben will ist etwas anderes, aber die meisten Biker fahren weniger als 5000km im Jahr, haben noch nie ein Sicherheitstraining mit gemacht und alles was der Sicherheit nutzt um gefährliche Unfälle zu vermeiden finde ich erstmal gut.
Doch was soll es nun TFT Display auf das Motorrad zu nageln ? Eine Kopplung mit dem Handy und MP3 Player zu ermöglichen ?
Eine emotionslose Drehzahlanzeige auf einem flachen Bildschirm darzustellen ?
Es dient dazu die Produtionskosten zu senken, aber sein wird doch mal ehrlich.
2 Schöne Rundinstrumente, wo die Nadeln sich bewegen, wo wir sehen wie der Kilometerzähler sich dreht und so wie das Rad immer mehr anzeigt, ist es nicht auch das was es ausmacht ein Motorrad zu fahren ?
1994 als die Duke 1 raus kam, da stand im Drehzahlmesser noch “Beats per Minutes”, das war es was der Einzylinder produzierte.
Selbst der Zeiger für die Geschwindigkeit zuckte schon im Stand wenn der Motor lief, so das er uns zeigte, nun mach schon, wir wollen los!
Das Vorderrad gen Himmel wollte die Duke aus der Garage !

Wer soll bei diesen heute zu kaufenden Motorrädern noch Emotionen aufbauen können ?
Wo sollen sie herkommen, wenn man im Motorrad sitzt und alle annehmlichkeiten hat als wenn man im Auto sitzt.
Beheizte Griffe, beheizte Sitzbänke, Tempomat, Doppelkupplungsgetriebe, Navis über die Lenkerschaltereinheit zu bedienen, selbstrückstellender Blinker, adaptives Bremslicht, elektrisch verstellbare Scheibe…
Wo bleibt da noch der Spass für den Motorradfahrer der sich nicht als Biker bezeichnet.
Zum Glück gibt es aber noch alte Motorräder zu kaufen und zum Glück stehen 2 dieser alten in meiner Garage, eine Duke 1 ohne Elektrionik, einfach nur mit viel Hubraum und Leistung und einer Bremse die ihres gleichen sucht und einem Klang den man nie vergisst.
Und eine 950er KTM Adventure, die pures Motorradfahren verspricht